– von Maik Reichel –
„Bahnlauf mal anders – Family & Friends Edition“
Was als Idee für ein kleines Familienprojekt begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis: RunTheTram. Über einen Zeitraum von vier Monaten hinweg haben wir gemeinsam 14 Läufe entlang der Leipziger Straßenbahnlinien absolviert und dabei nicht nur Kilometer gesammelt, sondern vor allem Erinnerungen geschaffen. Der Übergang vom Winter zum Frühling hätte dabei kaum abwechslungsreicher sein können. Unsere Läufe führten uns durch alle Facetten der Jahreszeit: bei Minustemperaturen, durch Schnee und Glätte, gegen den Wind, im Regen – aber auch bei strahlendem Sonnenschein und sogar am Ostersonntag. Insgesamt kamen so beeindruckende 237 Kilometer zusammen. Aus der ursprünglichen Idee wurde schnell ein echtes „Familie & Freunde-Projekt“: Ich übernahm Konzept und Gestaltung, Nancy brachte ihre Stärke im sozialen Miteinander ein, und Lion unterstützte bereits im Vorfeld mit Planung und seinem beeindruckenden Straßenbahnwissen.
Leipzig neu entdeckt
Auf den Spuren von 14 Straßenbahnlinien haben wir unsere Stadt aus einer völlig neuen Perspektive kennengelernt. Wir bestaunten Sehenswürdigkeiten, entdeckten unbekannte Ecken und erlebten die unterschiedlichsten Facetten Leipzigs – vom hektischen Ampel-Chaos der Innenstadt bis hin zu fast schon idyllischen, trailartigen Abschnitten mit „Überlandbahn-Gefühl“, insbesondere entlang der Linie 11.
Besonders herausfordernd waren die längeren Strecken:
– Linie 3 / 3E mit 26 km
– Linie 11 mit 24 km
– Linien 7 und N17 mit jeweils 20 km
Die durchschnittliche Streckenlänge lag bei etwa 17 km – eine beachtliche Leistung über den gesamten Projektzeitraum hinweg.
Gemeinschaft im Mittelpunkt
Was RunTheTram besonders gemacht hat, war nicht nur das Laufen selbst, sondern das Miteinander. Gemeinsame Erlebnisse haben uns zusammengeschweißt, bestehende Lauffreundschaften vertieft und viele neue Kontakte entstehen lassen. Und ja – wie erwartet spielte auch die Straßenbahn als verbindendes Element immer wieder eine Rolle in Gesprächen und Erlebnissen. Das durchweg positive Feedback zeigt: Die Idee hat funktioniert. Unser Leitspruch hat sich mehr als bestätigt: „Gemeinsam läuft’s besser – diesmal schaffen wir es zusammen.“
Ein besonderer Abschluss
Das große Finale führte uns vorbei am Schwanenteich hinter der Leipziger Oper, wo wir auf den Community-Run „RunTheDorfteich“ von Kay Fietkau trafen. Dort schlossen sich spontan weitere Läufer an – Benjamin, Tino und Ulf – und machten den Abschluss zu einem echten Gemeinschaftserlebnis. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Die Tatra-Straßenbahnen, die über Jahrzehnte das Leipziger Stadtbild geprägt haben, werden voraussichtlich bis 2028 verschwinden. Gleichzeitig steht bereits die Zukunft in den Startlöchern: Mit dem neuen Straßenbahntyp NGT12+, der ab 2026/2027 in Leipzig erwartet wird, beginnt ein neues Kapitel. Für Straßenbahnfreunde lohnt sich zudem ein Besuch im Leipziger Straßenbahnmuseum, das zur Museumsnacht am 9. Mai seine Türen öffnet.
Dank an alle Beteiligten
Ein Projekt wie dieses lebt von den Menschen, die es begleiten: Ein ganz besonderer Dank geht an Beate Kühnapfel, die uns auf 10 Linien treu begleitet hat – eine großartige Lauffreundin und unverzichtbarer Teil des Projekts. Ebenso danken wir allen weiteren Teilnehmern vom LFV Oberholz und darüber hinaus: Jens Kühnapfel, Stefanie Marzke, Thorsten Schindler, Benjamin Teufel, Tino Jungk Stier, Thomas Cygan, Ulf Winkler, Ulrike Hromadka sowie Marian und Norman.
Ausblick: RunTheTram geht weiter
Nach diesem erfolgreichen ersten Kapitel steht fest: RunTheTram wird zurückkehren. Im kommenden Frühjahr soll das Projekt als offener Community-Run fortgeführt werden. Geplant ist eine ganz besondere Zeitreise: Wir wollen die 20 historischen Straßenbahnlinien des Wendejahres 1989 gemeinsam erlaufen, stillgelegte Strecken erkunden, verschollene Endstellen aufspüren und erneut unbekannte Seiten Leipzigs entdecken. Die Vorfreude ist jetzt schon groß.
RunTheTram war mehr als ein Laufprojekt. Es war eine Reise durch Jahreszeiten, durch die Stadt – und vor allem durch eine starke Gemeinschaft. Wir sagen DANKE.




























