Luxemburger Nachtlauf

- von Albrecht Häußler –

IMG_2484_SelfieDie kleine Hauptstadt Luxemburg war am 1. Juni ganz auf den Lauf eingestellt, was man an der Werbetafel auf dem Bild sieht. Wahrscheinlich war ein Teil der Bevölkerung aufgrund von Schulferien und dem langen Himmelfahrtswochenende aus der Stadt geflohen. Denn um die 42 km als eine Runde laufen zu lassen, brauchte es fast alle Ortsteile, die damit für einen Nachmittag und Abend blockiert sind.
Die Strecke selbst ist sehr kurvenreich. Es lohnt sich nicht, sich an einem Fluchtpunkt zu orientieren. Denn bevor man den erreicht hat, muss man mindestens noch zwei Mal abbiegen und ein Ringlein um den Block laufen. Dazu gibt es ein ständiges, in der Regel leichtes Bergab und Bergauf, das zermürbt. Bei km 30 hat man dann den tiefsten Punkt erreicht, ungefähr 50 m unter dem benachbarten Straßen-, besser Brückenniveau. Meine Uhr maß insgesamt knapp 500 m, sowohl Auf- als auch Abwärtsbewegung. Die verbliebene Bevölkerung macht in manchen Vierteln richtig Stimmung, steht dicht gedrängt an den Straßen. Zugewanderte sind in der Regel von südeuropäischen Temperament geprägt, das treibt einen laut und schrill vorwärts. Zuweilen wird es einsam, an manchen Stellen auch dunkel, aber das tat mir gut, da konnte ich mich auf das Wesentliche konzentrieren und Kraft schöpfen.
Beim Start um 19 Uhr war es noch sehr warm; 27° C wurden angesagt. Ich hatte mir glücklicherweise keine Zeit vorgenommen, so dass ich locker anlief. An den Vielen, an denen ich spätersten nach der Hälfte vorbeilief, merkte ich, dass die Zurückhaltung notwendig gewesen war, um gut durchzulaufen. Gehpausen legte ich nur an den Getränkeständen ein. Mit rund 4:18 h lief ich meine schlechteste Zeit (im Gegensatz zur Werbung: „worst time ever“), aber ich bin froh und dankbar, dass alles rund lief und jetzt auch noch läuft. Denn ich habe mich kühnerweise auch zum Himmelswegelauf am 15. Juni angemeldet

 

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