– von Maik Reichel –
Die 6. RunTheTram-Staffel ist Geschichte. Direkt nach dem Sommerurlaub war ich von Ende Juli bis Ende August wieder entlang der Leipziger Gleise unterwegs. Diesmal lief ich die historischen StraĂenbahnlinien aus dem Jahr 1957.
Bereits seit 2024 laufe ich zweimal im Jahr die Leipziger StraĂenbahnlinien unter einem bestimmten Motto ab â die erste Staffel vom Winter bis in den FrĂŒhling hinein, die zweite vom SpĂ€tsommer bis in den FrĂŒhherbst. Die mittlerweile 6. Staffel widmete ich meiner verstorbenen Mutti, die im Jahr 1957 das Licht der Welt erblickte. Sie wurde nur 46 Jahre alt, bevor sie 2004 den Kampf gegen den Krebs verlor. Aus genau diesem Grund nehme ich seit vielen Jahren an SpendenlĂ€ufen gegen Krebs teil â um etwas zurĂŒckzugeben und auf diese Weise irgendwie helfen zu können.
â€ïž Eine ganz persönliche Reise
Nun bin ich selbst
in diesem Alter angekommen, und das berĂŒhrt mich sehr. Es macht mich nachdenklich und zugleich dankbar. So wurde diese RunTheTram-Staffel fĂŒr mich zu einer ganz persönlichen Reise. Lion hat mich wĂ€hrend der gesamten Zeit auf dem Fahrrad begleitet. Das war unglaublich wertvoll, und gemeinsam besuchten wir einige wichtige Orte meiner Kindheit.
Besonders prĂ€gend war auch, dass wir einen Teil dieser LĂ€ufe bei Temperaturen von ĂŒber 30 °C bewĂ€ltigten. So wurde es zu einem kleinen Ritual, dass wir neben unserer eigenen Verpflegung gegen Ende der Strecken immer kurz in einen Markt einkehrten, um uns mit einem leckeren GetrĂ€nk zu belohnen. Viele schöne EindrĂŒcke aus der Natur â insbesondere von Sonnenblumen â sowie besondere PlĂ€tze und GebĂ€ude, vor allem Kirchen, hielten wir auf unseren Erinnerungsfotos fest.
đ» Leipzig im Wandel â zwischen Natur und Geschichte
Leipzig befindet sich in einem stetigen Wandel, der sich besonders gut an den zahlreichen GroĂbaustellen beobachten lĂ€sst. Das ist spannend, doch auch alte historische Gleisanlagen und verlassene Betriebshöfe konnten wir auf unserer Reise entdecken. EinschlieĂlich der Hin- und RĂŒckfahrten zu den Endstellen waren wir jeden Tag mehrere Stunden in Leipzig unterwegs.
Um etwas Trainingsstruktur in das Projekt zu bringen, lief ich jeweils die kĂŒrzeste Strecke der Woche zĂŒgig und alle anderen eher locker und entspannt. Der Samstag war dann als Regenerationstag vorgesehen, wĂ€hrend ich die Sonntagslinie im Sinne eines Longruns hin und zurĂŒck lief.
So summierten sich die Gesamtkilometer des Projekts auf rund 478 km. Damit wurde der August 2026 mein bisher laufstĂ€rkster Monat â ein Monat, an den ich mich wohl noch lange erinnern werde, und das nicht nur aus diesem Grund âŠ
đïž Erinnerungen, die bleiben
Die Recherche zu den 30 historischen Linien des Jahres 1957 war recht aufwendig, und die Ergebnisse sind möglicherweise nicht zu 100 % korrekt. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, Erinnerungen wachzuhalten und den Menschen einen Platz in unseren Gedanken zu geben, die uns viel bedeutet haben und nicht mehr bei uns sind.
Jeder gelaufene Kilometer ist deshalb mehr als nur ein Teil des Projekts. Er ist auch ein stilles Gedenken â an meine Mutti und an all jene, die wir viel zu frĂŒh verloren haben. Denn solange wir uns erinnern, bleiben sie ein Teil unseres Weges.
đââïž Ausblick fĂŒr 2027: Community Edition 1989
Im nĂ€chsten Jahr startet dann Mitte Januar die nĂ€chste Staffel, zu der wieder alle Laufbegeisterten und/oder StraĂenbahnenthusiasten herzlich eingeladen sind. Ăber mehrere Monate hinweg, bis Anfang Juni, laufen wir immer sonntags eine der 20 historischen Linien des Netzplans aus dem Wendejahr 1989.
Unter dem Motto âCommunity Edition 1989â wollen wir jeweils um 10 Uhr an der entsprechenden Endstelle starten. Die StreckenlĂ€nge wird im Durchschnitt bei etwa 14,5 km liegen. Geplant ist ein gemeinsames Lauftempo von ca. 6:30 min/km.
Wir â Nancy und ich â freuen uns schon jetzt darauf, die Strecken gemeinsam mit euch zu laufen! đ





















